Auf Abschlussveranstaltung wurde Bilanz gezogen

Größtes und umfassendstes Moorschutzprojekt des Erzgebirges beendet

Am 18. und 19. September 2014 fand in Chomutov die Abschlusskonferenz des Projektes “Revitalisierung der Moore zwischen H. Šebestiána und Satzung” statt. Nach zweijähriger Projektlaufzeit des von der Europäischen Union (EU) geförderten Projektes, zogen die Projektpartner Bilanz und gaben einen Rückblick auf die Umsetzung des Gesamtprojektes.

Auf einem Gebiet von 210 ha wurden auf Flächen der Gemeinden Hora Sv. Šebestiána, Kryštofovy Hamry sowie der Städte Výsluní und Marienberg (Ortsteile Reitzenhain und Satzung) und Jöhstadt (OT Steinbach) etwa 23.000 m³ Torf bewegt, 11,5 km Entwässerungsgräben verschlossen und mehr als 500 Dämme gebaut. Ziel der Bemühungen ist den Wasserrückhalt im Moor zu verbessern und ein erneutes Moorwachstum anzuregen.

Der finanzielle Aufwand für die Umsetzungsphase belief sich auf ca. 1,2 Mio. Euro, weitere 450.000 Euro wurden für die Planungsphase von 2010 bis 2012 kalkuliert. Die Gesamtkosten des Projektes haben einen Umfang von 1,65 Mio. Euro. Sie wurden über das Ziel3-/Cíl 3-Programm zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Tschechien sowie dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Die Vorträge der Abschlussveranstaltung sowie die Abschlussbroschüre erhalten Sie neben zahlreichen weiteren Informationen auf folgender Internetseite in der Rubrik Downloads und Links.

http://moorevital.sachsen.de/index.asp?ID=5587&art_param=490

Naturschutz ist Klimaschutz

Renaturierung von Mooren ist laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) eine kostengünstige Variante, den Kohlendioxidausstoß zu senken

Die Wiedervernässung von gestörten Mooren ist einer vom BfN geförderten Studie zufolge, eine kostengünstige Variante die CO2-Emissionen zu senken, teilte die Präsidentin des BfN, Prof. Beate Jessel mit. Bemerkenswert ist vor allem, dass es sich bei den Revitalisierungmaßnahmen im Grunde um Naturschutzprojekte handelt - die Kohlendioxidvermeidung ist also “nur” ein Nebeneffekt. Die Vermeidungskosten belaufen sich nach der von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf erstellten Studie auf 27 bis 107 € pro Tonne Kohlendioxid und liegen im Bereich der Kosten, die CO2-Vermeidungsmaßnahmen, wie die Erzeugung von Biodiesel und Biogas verursachen.

In dem Forschungsprojekt wurde untersucht, inwieweit Gelder, die für die Umsetzung von Naturschutzzielen eingesetzt wurden, auch zur Erreichung von Klimaschutzzielen beitragen. Die Studie betrachtete vier Naturschutzgroßprojektgebiete (Wurzacher Ried, Pfrunger-Burgweiler-Ried, Ochsenmoor und Peenetal), die ökologische und ökonomischen Daten für eine Vorher-Nachher-Evaluierung zur Verfügung stellen konnten. Im Ergebnis trugen die Wiedervernässungsmaßnahmen in den Mooren in allen vier Gebieten zu einer Klimaentlastung bei - diese bewegt sich zwischen 4 und 15 t CO2-Äquivalenten pro Hektar und Jahr.

Der CO2-Vermeidungseffekt wird durch die Anhebung des Wasserspiegels in den Moorgebieten erreicht, wodurch der zum größten Teil auf Kohlenstoff (C) bestehende Torf keinen Kontakt zum Luftsauerstoff hat. Dadurch wird die weitere Zersetzung des Torfs vermieden und die Reaktion des Luftsauerstoffs (O2) mit dem Kohlenstoffs (C) des Torfs zu Kohlenstoffdioxid CO2 verhindert.

Die Pressemitteilung des BfN und weitere Hintergrundinformationen finden Sie hier.

Die Studie Drösler, M. et al. (2012): Beitrag ausgewählter Schutzgebiete zum Klimaschutz und dessen monetäre Bewertung. - BfN-Skripten 328 kann als gedruckte Fassung kostenlos bei Bundesamt für Naturschutz, Konstantinstr. 110, 53179 Bonn bezogen oder unter http://www.bfn.de/0502_skripten.html heruntergeladen werden.

Wollen Sie mehr über die Eigenschaften der hochmoortypischen Pflanzen erfahren? Hier können Sie den neuen Flyer herunterladen “Die Pflanzenwelt der erzgebirgischen Hochmoore” (850 kB)

Am 10. Mai 2012 haben sich alle Partner des Projektes “Moorschutz im Erzgebirge” im Schloß Schlettau eingefunden, um sich über den aktuellen Stand des Gesamtprojektes zu informieren und das weitere Vorgehen abzustimmen. Ein weiterer Schwerpunkt der Beratung lag auf dem Thema Erfolgskontrolle der Wiedervernässungsmaßnahmen. Welche Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung die Erfolge “messbar” zu machen. Die Vorträge stehen hier zum Download zur Verfügung.

Moortagung “Moorschutz in Deutschland” vom 27.2. bis 28.2.2011 bestätigt die Vorgehensweise der Planung von Revitalisierungsvorhaben in den erzgebirgischen Mooren. Wenn Sie Lust haben mehr zu erfahren, klicken Sie hier.

Das Ziel-3-Projekt “Revitalisierung der Moore zwischen H. Šebastiána und Satzung - Phase 1” wurde am 07.03.2012 in Chomutov offiziell abgeschlossen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Vom Aussterben bedrohter Hochmoor-Perlmutterfalter im NSG Schwarze Heide gesichtet

Der Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilonaris) steht auf der Roten Liste von Sachsen (1) und ist nach dieser vom Aussterben bedroht. Um so erfreulicher ist es, dass er am 8. Juli 2011 im Moorgebiet Schwarze Heide bei Satzung fotografiert werden konnte.

Das Moorgebiet, welches sich an einem Hang erstreckt und zum größten Teil abgetorft wurde, ist von Bergwiesen umgeben und bietet dem Schmetterling den Biotop.Mix, den er zu Überleben benötigt. Die Raupen des Falters ernähren sich von der nur in Hochmooren vorkommenden Moosbeere (Vaccinium oxycoccus). Die Schmetterlinge brauchen hingegen blühende Wiesen, an denen sie Nektar saugen können.

© Zweckverband Naturpark “Erzgebirge/Vogtland”