Brauckmannhaide

Große Brauckmannhaide

Lage: westlich von Johanngeorgenstadt im Erzgebirgskreis

FFH-Gebiet: Mittelgebirgslandschaft bei Johanngeorgenstadt (landesinterne Kennnummer: 283)

SPA-Gebiet: Westerzgebirge (landesinterne Kennnummer: 77)

Die Exkursion zur Moortagung 2010 führte unter 
anderem in die Große Brauckmannhaide 
Bild: Kristin Eberhardt

Kurzcharakteristik:
Die Große Brauckmannhaide besteht aus mehreren Moorkernen, die eine Mächtigkeit von bis zu 2,5 Meter aufweisen. Das Moor wurde größtenteils durch den in den 1950-ziger Jahren bis zum mineralischen Grund erfolgten Torfabbau und den Seifenbergbau zerstört. Insgesamt blieben vier Restmoor-Flächen erhalten, welche sich östlich des Holhbauer-Kunstgrabens und südlich der Straße Steinbach-Wildenthal befinden. Die Große Brauckmannhaide hat ein vergleichs- weise großes hydrologisches Einzugsgebiet, das sich nach Südwesten in Richtung Rehhübel er- streckt. Der Wasserzufluss zum Moorgebiet wird allerdings durch einen Weg (Mittelflügel) und den Holhlbauer Kunstgraben beeinträchtigt. Das Ge- biet unterhalb des Hohlbauer Kunstgrabens wird in den Steinbach entwässert, der bei Erlabrunn in das Schwarzwasser mündet. Teilbereiche der Großen Brauckmannhaide befinden sich inzwischen in Regeneration und weisen noch moortypische Arten wie Wollgräser und Torfmoose auf, werden aber durch die vorhandenen Entwässerungsgräben beein- trächtigt. Seinen Namen „Große Brauck- mannhaide“ erhielt dieses Moorgebiet zu Ehren des 2001 verstorbenen Moor- und Torfkundlers Prof. GISBERT GROßE-BRAUCKMANN.

Ein Berg aus alten Wurzelstöcken, so genannten 
Stubben bietet Schlangen und Insekten einen idealen
Lebensraum. Bild: Michael Künzel
Eine offene, sehr feuchte Fläche bewachsen mit

Maßnahmenumsetzung:
Im September 2006 wurde vom damaligen Umweltfachbereich des Regierungspräsidiums Chemnitz die Erarbeitung eines hydrologischen und moorkundlichen Gutachtens in Auftrag gegeben, das detaillierte Maßnahmenvorschläge zur Moorrevitalisierung beinhaltet. Mit folgenden Mitteln soll die Wiedervernässung des Moores realisiert werden: Bau von Staus in den Entwässerungsgräben, Anlegen kurzer Überrieselungsgräben und Auflichtung der Baumschicht entlang der Gräben. Ziel der Maßnahmen ist die Anhebung und Vergleichmäßigung des Wasserstandes im Moor, so dass sich torfbildende Pflanzen ansiedeln bzw. ausbreiten können und das Torfwachstum initiiert wird. Bestandteil des Gutachtens war auch eine Ökotop-Prognose, die die Abschätzung der potentiellen Ökotope nach vollständiger Wiedervernässung und Regeneration beinhaltet. Tendenziell werden sich demzufolge vielerorts Birkenmoorwälder ausbilden, außerdem Torfmoos- und Wollgras-Seggenrieder. An trockneren Standorten wie den heutigen Restmoorflächen werden Moorfichten- und montane Fichtenwälder zu finden sein. Die praktischen Arbeiten im Moor begannen im Jahr 2008 mit der Umsetzung von 18 Staus, die aber erst 2009 fertiggestellt werden konnten. Zwischen 2010 und 2013 wurden in drei weiteren Bauabschnitten insgesamt 33 Anstaue manuell, das heißt von Hand eingebaut, eingebaut. Als letztes folgte 2014 der Verbau des Hohlbauer Kunstgrabens mit 20 Staus im Graben selbst und in den angrenzenden Zuläufen. Entsprechend der Auflage der Landestalsperrenverwaltung bleibt der Graben weiterhin kontinuierlich versorgt. Nur eine Teilmenge bzw. überschüssiges Wasser durch Starkregen und Schneeschmelze flißt in den Moorbereich. Der Erfolg der Maßnahmen zeigte sich schon nach kurzer Zeit durch großflächige Versumpfungen.

Alle Maßnahmen stimmten wir mit den Umweltbehörden, dem Staatsbetrieb Sachsenforst als Vertreter des Flächeneigentums und der Landestalsperrenverwaltung ab. Für das Projekt erhielten wir finanzielle Unterstützung über die Förderrichtlinie "Natürliches Erbe".
 

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