Entstehung

Die Entstehung der Moore

Die Entstehung der Moore des Erzgebirges begann nach der letzten großen Kaltzeit, der Weichselkaltzeit, als sich die Eismassen nach Skandinavien zurückzogen. Die Analyse von Torfprofilen ergab, dass das Klima vor etwa 10.000 Jahren bedeutend milder war als heute. Im Erzgebirge wuchsen Birken, Hasel und Eichen. Vor etwa 5.000 Jahren setzte ein erneuter Klimawandel ein - die mittleren Temperaturen gingen zurück, die Niederschlagsmengen stiegen an und in den Kammlagen des Erzgebirges bildeten sich ausgedehnte Fichtenwälder.

Hohe Niederschläge, Nebelauskämmung der Fichten, geringe Jahresmitteltemperaturen führten dazu, dass sich Wasser in Geländesenken bzw. auf ebenen Flächen staute. Es bildeten sich große Torf- moospolster, die langsam in die Höhe wuchsen und zur Torfbildung beitrugen. Die Abbildung zeigt, wie sich das Moor nach vielen tausenden von Jahren uhrglasförmig aufwölbt. Der hangabwärts ausgebildete, äußere Teil des Moores ist stärker geneigt und wird als Randgehänge bezeichnet. Dieser Bereich ist häufig relativ trocken und mit Zwergsträuchern oder Bäumen bewachsen. Das Randgehänge kann von natürlichen Abflussbahnen durchzogen sein, die entstehen, wenn das Moor wasser- gesättigt ist und überschüssiges Wasser abfließt.

 

Abbildung: Peggy Zinke

Der Übergang zwischen Randgehänge und Mineralboden ist durch einen nassen Grenzsaum geprägt, in welchem sich manchmal sogar kleinere Moorgewässer ausbilden können. Dieser Bereich wird als Lagg bezeichnet. Die zentrale Mooroberfläche ist durch Bult-Schlenken-Komplexe geprägt, das heißt wassergefüllte Senken wechseln sich mit erhöhten, torfmoos- bewachsenen Bulten ab. Größere Wasserlöcher werden als Kolke bezeichnet. Naturnahe Erzgebirgsmoore wachsen jährlich etwa 0,5 bis 1,5 mm, das heißt ein Moor braucht circa 1000 Jahre, um eine Mächtigkeit von einem Meter zu erreichen. Eines der mächtigsten Moore des Erzgebirges ist die Mothäuser Haide, dessen Moorkern bis auf 8,4 Meter aufwuchs.

Wird ein Moor entwässert, wird das Wasser aus dem Moor abgeleitet. Es kommt zur Austrocknung des Torfkörpers, sowie zu Schrumpfungs- und Sackungserscheinungen. Durch die Austrocknung siedeln sich Zwergsträucher und Bäume an - das Moor bewaldet sich.

 

© Zweckverband Naturpark “Erzgebirge/Vogtland”