Hühnerhaide

Die Hühnerhaide

Durch die Stauanlagen bilden sich große Wasser-
flächen - sie bieten Libellen hervorragende Lebens-
räume

Lage: bei Rübenau im Erzgebirgskreis auf einer Höhe von ca. 727 bis 772m NN

FFH-Gebiet: Kriegwaldmoore(Landesinterne Nummer: 264)

SPA-Gebiet: Erzgebirgskamm bei Satzung landesinterne Kennnummer: 71)

Kurzcharakteristik:
Das Moorgebiet Hühnerhaide wurde als Hang- versumpfungs-Regenmoor gebildet und liegt auf einer lokalen Wasserscheide. Mit einer geschätzten Moor- und Regenerationsfläche von ca. 35 ha gehört die Hühnerhaide zu den größeren Mooren des sächsischen Erzgebirges. Sie gliedert sich in drei Moorkerne und erreicht Torfmächtigkeiten von über 4 m. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde zur Entwässerung und nachfolgenden Aufforstung mit Fichten ein ausgedehntes Grabensystem angelegt. Die Gräben wirken sich bis heute negativ auf das Moor aus. Neben Wollgräsern und Torfmoosen kommen als weitere moor- typische Pflanzenarten teilweise noch Moosbeere, Rauschbeere und Krähenbeere vor. Nach dem immissionsbedingten Absterben der Fichten erfolgte eine Wiederaufforstung mit Murraykiefern und weiteren Kiefernarten. Besonders im mittleren und westlichen Moorkern verdrängen nun mit zunehmendem Bestandesschluss die Kiefern die licht- bedürftigen Moorarten und Zwergsträucher in der Krautschicht. Die Hühnerhaide ist auch Lebensraum gefährdeter Tierarten wie der Kreuzotter und der hochmoortypischen Libellen Torf-Mosaikjungfer und Alpen-Smaragdlibelle. Bis in die neunziger Jahre konnte noch das Birkhuhn nachgewiesen werden.
 

Der steigende Wasserspiegel in den Gräben führt zum
Absterben der Birken. Die Entwässerungsgräben 
wachsen langsam mit Torfmoosen zu
Aufgrund ihrer höheren Rauchtoleranz wurden viele
Waldgebiete in der zweiten Hälfte des 20. Jhd. mit
Murray-Kiefern bepflanzt. Diese sollen in den nächsten 
Jahren vom Staatsbetrieb Sachsenforst entfernt werden.

Bilder: Naturpark ´”Erzgebirge/Vogtland”

Maßnahmenumsetzung:
Im Jahr 1997 begannen die Vorbereitungen zur Revitalisierung des Moores (Grabenkartierung, hydrogeologisches Gutachten, vegetationskundliche und faunistische Erfassungen). Auf der Grundlage der durchgeführten Untersuchungen wurden 1999 durch Waldarbeiter des damaligen Forstamtes Olbernhau 95 Staustufen in den Hauptentwässerungsgräben errichtet. Die verwendeten Rundholzdämme hielten jedoch vielfach nur kurzfristig dem vorhandenen Wasserdruck stand. Daraufhin erfolgte im Jahr 2001 der Bau großer Test-Dämme in Holzspundwand- und Bretter-Technologie, die sich bis heute bewähren. Im Jahr 2005 wurde mit Waldarbeitern begonnen, die kleineren Gräben im östlichen Moorkern mit 56 Holzspundwand-Dämmen abzuriegeln. 2007 wurden hier weitere 27 Spundwanddämme und ein Bretterdamm ergänzt. Seit 2006 erfolgen auch im mittleren Moorkern Maßnahmen zum Wasserrückhalt. Im Jahr 2010 wird vorerst der letzte Bauabschnitt durch Mitarbeiter des Naturparks „Erzgebirge/Vogtland“ realisiert. Dabei sollen zehn Bretterdämme und ein Spundwanddamm das Wasser in den mittleren Moorkern zurückstauen. Die weitere Maßnahmenumsetzung, wie die Entfernung der Murray-Kiefern, soll durch den Staatsbetreib Sachsenforst durchgeführt werden.
 

© Zweckverband Naturpark “Erzgebirge/Vogtland”