Lehmhaide

Die Lehmhaide

Lage: bei Rübenau im Erzgebirgskreis auf einer Höhe von ca. 740 bis 775m NN

FFH-Gebiet: Kriegwaldmoore(Landesinterne Nummer: 264)

Eine durch einen Anstau entstandene Freifläche im 
süd-östlichen Teil des Moorkörpers

Kurzcharakteristik:
Das Moorgebiet Lehmheide besteht aus drei Torfkörpern, die sich über eine Fläche von etwa 12 ha erstrecken. Die Torfkörper sind stark durch Entwässerung und forstliche Nutzung geprägt, die maximale Torfmächtigkeit beträgt ca. 3,6 m. Die Lehmhaide weist als Besonderheit unterirdische Wasserwegsamkeiten (sogenannter "Moorkarst") mit höhlen- bzw. tunnelartigen Einbruchs- und Erosionsstrukturen auf. Zudem befindet sich unterhalb des westlichen Moorkerns der Lehm- haider Teich, ein dystrophes Gewässer mit gut ausgeprägtem, bis 15 Meter breitem Ver- landungsbereich. Auf dem Torfkörper kommen als moortypische Pflanzenarten neben Torfmoosen teilweise noch Wollgräser und Rauschbeere vor. Allerdings wurden nach dem immissions- bedingten Absterben der Fichten häufig Murray- kiefern gepflanzt, die mit zunehmendem Bestandesschluss die lichtbedürftigen Moorarten und Zwergsträucher verdrängen.
 

Alte und teilweise nicht mehr funktionstüchtige Rund-
holzdämme Foto: Naturpark
Der Lehmhaider Teich ist ein für den Bergbau
künstlich angelegtes Stillgewässer

Maßnahmenumsetzung:
In Zusammenarbeit mit der Naturschutzstation Pobershau wurden 1999 und 2000 - z. T. durch Fördermittel finanziert - hydrogeologische und vegetationskundliche Untersuchungen in der Lehmheide durchgeführt. Anschließend wurden mögliche Standorte für Wasserrückhalte- maßnahmen in den Forstabteilungen 110 und 127 festgelegt. In den Jahren 2001 bis 2003 errichteten Waldarbeiter des damaligen Forst- amtes Olbernhau zahlreiche Grabenanstaue in Form von Bretter-, Rundholz- und Holzspundwand-Dämmen in der Forstabteilungen 110. Weitere Anstaue sollen in Abt. 127 im Rahmen eines binationalen Moorcamps mit deutschen und tschechischen Schülern im Jahr 2011 realisiert werden.
 

Der ausgetrocknete Torf zeigt deutliche Schrumpfrisse. Die hohe Wasserspeicherkapazität des Torfes ist nicht mehr gegeben.

Bilder: Naturpark “Erzgebirge/Vogtland”

© Zweckverband Naturpark “Erzgebirge/Vogtland”