Löffelsbach

Löffelsbach

Lage: bei Grünbach-Muldenberg im Vogtlandkreis

FFH-Gebiet: Oberes Zwickauer Muldetal(landesinterne Kennnummer: 72 E)

Freifläche in der so genannten Stubbenhaide - durch 
die Austrocknung kommt es zur Vergrasung und 
Sukzession mit Fichten Bild: Michael Künzel

Kurzcharakteristik:
Das Moorgebiet gehört hydrologisch-entwicklungsgeschichtlich überwiegend zu den Hangversumpfungsmooren mit aufgewachsenen Regenmooren. Sie sind seit Jahrhunderten durch Torfabbau und forstliche Nutzung, in einigen Bereichen auch durch Floßgräben, beeinflusst. Die drei vor reichlich 50 Jahren noch vor- handenen mächtigen Torfkörper wurden nahezu vollständig abgebaut. Auch einige ehemals >0,8 Meter mächtige, nicht abgetorfte Moorbereiche weisen infolge tiefer Entwässerungsgräben und forstlicher Nutzung Torfschwund auf. Die drei Torfstiche zeigen Regenerationserscheinungen, wobei die Anordnung der sich neu entwickelten torfbildenden Vegetation (Torfmoose, Seggen, teilweise Wollgräser) die derzeitigen Speisungs- verhältnisse widerspiegelt. Die Speisung der drei Torfstiche aus den zugehörigen Einzugsgebieten ist durch Bachverlegungen und forstliche Ent- wässerungsgräben, die einen Teil der ankom- menden Hangwässer vor der Passage der Torf- stiche unmittelbar in die Fließgewässer ableiten, teilweise beeinträchtigt.
Mehr als ein Drittel des insgesamt ca. 330 ha umfassenden Untersuchungsgebietes stellt einen Komplex aus in unterschiedlichem Maße forstlich geprägten, torfmoosreichen Wollreitgras-Fichten- wäldern, Fichten- und Birkenmoorwäldern, re- generierenden Torfstichen und naturnahen Fließ- gewässern dar. Es handelt sich um ein vergleichs-weise großes zusammenhängendes Gebiet mit diesem Charakter. Daher wird ein am Prozess- schutzgedanken orientiertes Leitbild mit folgenden Entwicklungszielen vorgeschlagen:

•Wiederherstellung bzw. Sicherung der durch die natürliche Morphologie und Geologie be- stimmten Speisungsverhältnisse in den drei Torfstichen, soweit es machbar ist
•Schutz der natürlich ablaufenden Re- generationsprozesse in den Torfstichen und den umgebenden Wäldern bzw. der sich hier aus- bildenden neuen Moorbereiche und
•Erhaltung der noch vorhandenen Moor- und Torfkörper-Reste sowie Verminderung von Torf- zersetzungsprozessen.

Der mit Soden abgedeckte Damm staut das Wasser im
Graben zurück Bild: Michael Künzel
Die Stützpfeiler des Dammes werden bündig mit dem
letzten Brett abgesägt, dann wird der Damm voll-
ständig angefüllt und abgedeckt
Um die Dichtigkeit der Dämme zu erhöhen, wird an die
Latten der Bretterdämme Geotextil aus Kokosfasern
angebracht Bild

Maßnahmenumsetzung:
Das dafür vorgeschlagene dreistufige Maßnahmenkonzept beinhaltet als kurz- und mittelfristige Maßnahmen den Verschluss von Torfstich-Ablaufgräben und den Anstau von Entwässerungsgräben in Teilen des Einzugsgebietes und der noch vorhandenen Resttorflager. Entsprechend wurden bereits 2001 bei dem oberhalb der sogenannten Solbrigshaide im Südteil des Gebietes gelegenen Torfstich die Ablaufgräben verschlossen und Wasser aus dem Einzugsgebiet wieder eingeleitet. Im Jahr 2007 erfolgte die Umsetzung von zwei weiteren Bauabschnittes mit 19 Bretterdämmen in den Entwässerungsgräben der nicht abgetorften Teils der Solbrigshaide. Im Jahr 2010 folgten im Rahmen des letzten Bauabschnitts 17 Bretter- und Spundwanddämme im nördlichen Teil des Moorgebietes, der so genannten Stubbenhaide. Alle Stauswurden manuell errichtet. 4 Dämme entstanden durch Mitarbeiter  der Gemeinde Grünbach mit Anleitung des Naturparks im Rahmen einer Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme.

Am 17.04.2012 führte der Naturpark "Erzgebirge/Vogtland" eine offizielle Abschlussveranstaltung durch, bei der sich alle an der Umsetzung beteiligten aber auch Interessiert über den Verlauf der Renaturierungsarbeiten die die bereits deutlich sichtbaren Resultate vor Ort informieren konnten.

Alle Maßnahmen stimmten wir mit den Umweltbehörden, dem Staatsbetrieb Sachsenforst als Vertreter des Flächeneigentums und der Landestalsperrenverwaltung ab.

Für die Realisierung des Projektes erhielten wir finanzielle Unterstützung durch Förderung über die Richtlinie "Natürliches Erbe". 

 

© Zweckverband Naturpark “Erzgebirge/Vogtland”