NATURA 2000

Europäische  Schutzgebiete

Natürliche beziehungsweise naturnahe Lebensräume, die vom Menschen wenig beeinflusst sind, gibt es in Europa nur noch selten. Die Lebensräume von Pflanzen und Tieren werden zunehmend zersiedelt, von Verkehrstrassen zerschnitten und führen damit zur Bildung von Biotop-Inseln, die das Überleben der Arten erschweren. Mit dem europaweitem Schutzgebietssystem “NATURA 2000” sollen die noch verbleibenden Gebiete von naturschutzfachlicher Bedeutung als Lebensräume gesichert werden, um die biologische Vielfalt erhalten zu können.

Die Umsetzung von “NATURA 2000” erfolgt durch zwei Richtlinien: In der Flora-Fauna- Habitat (FFH)-Richtlinie wurden 198 schützenswerte natürliche bzw. naturnahe Lebensräume, über 500 Pflanzen- und 200 Tierarten benannt für die alle Mitgliedstaaten der EU Schutzgebiete ausweisen müssen. In der Vogelschutzrichtlinie (SPA- Richtlinie) wurden 181 Vogelarten identifiziert, die in ihrem Bestand gefährdet sind. Die Mitgliedstaaten stehen in der Pflicht, eine Verschlechterung des Zustandes der ausgewiesenen Gebiete zu verhindern und Bewirtschaftungspläne zu erarbeiten.

FFH-Gebiete im Naturpark “Erzgebirge/Vogtland”

FFH-Gebiete werden als Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) bezeichnet, die nach europaweit genormten Standards auswählt wurden. In den Anhängen der FFH-Richtlinie werden die Lebensräume (LRT) und Arten aufgelistet, deren Bestand durch die Ausweisung der Schutzgebiete gesichert werden soll.

In Sachsen wurden insgesamt 270 FFH-Gebiete und 77 Vogelschutzgebiete ausgewiesen, die eine Fläche von 15,9% bedecken und sich teilweise überlappen. In den FFH-Gebieten konnten 47 besonders schützenswerte Lebensraumtypen (Anhang I) und 46 Pflanzen- und Tierarten (Anhang II) sowie 42 Arten nach Anhang I der Vogelschutzrichtlinie nachgewiesen werden.

Die folgende Karte gibt einen Überblick über die Verteilung und die Anzahl der FFH-Gebiete im Naturpark “Erzgebirge/Vogtland”. Auf einer Fläche von 250 km² (das sind 16,7 % der Gesamtfläche des Naturparks) wurden 48 FFH-Gebiete rechtsverbindlich ausgewiesen, um die dort vorkommenden 30 verschiedenen Lebensraumtypen und Arten zu schützen.

SPA-Gebiete im Naturpark “Erzgebirge/Vogtland”

Die folgende Karte zeigt die Verteilung der 10 im Naturpark “Erzgebirge/Vogtland” vorkommenden Vogelschutzgebiete (SPA-Gebiete). Sie bedecken eine Fläche von 350 km² (das sind 23,4 % der Gesamtfläche des Naturparks) und überlappen sich teilweise mit den FFH-Gebieten. Bei der räumlichen Verteilung der Schutzgebiete fällt auf, dass sich 7 von 10 in den Kammlagen des Erzgebirges befinden, ein weiteres in einem typischen Heckengebiet um den Pöhlberg und eines befindet sich im Flusstal der Flöha. Der Anteil am Vogelschutzgebiet “Grünes Band” ist verschwindend gering.

Die Konzentration der Vogelschutzgebiete in den Kammlagen des Erzgebirges hat folgende Gründe:

  1. hier ist eine starke Verbreitung naturnaher Hochmoore, die den vom Aussterben bedrohten Rauhfußhühnern, Birk- und Auerhuhn, einen Lebensraum bieten
  2. in diesen Lagen haben natürlicherweise vorkommende montane Fichtenwälder ihre Verbreitung, die Lebensraum für Rauhfuß- und Sperlingskauz sowie verschiedene Spechtarten sind (z.B. Dreizehenspecht)

© Zweckverband Naturpark “Erzgebirge/Vogtland”