Revitalisierung

Die Revitalisierung gestörter Moore

Gründe für die Beeinträchtigung der Erzgebirgsmoore

Weitläufige Grabensysteme leiten das Wasser aus den Mooren heraus

In der Vorstudie wurde festgestellt, dass die Torfkörper im Erzgebirge von offenen Graben- systemen zerschnitten sind. Diese führen zur Entwässerung und somit zur Zerstörung der Moore. Um den  Wasserabfluss durch die Gräben zu verhindern, werden verschiedene Techniken eingesetzt. Der Bau von Staudämmen und die Verfüllung der Gräben mit verschie- denen, natürlichen Materialien sind die am häufigsten angewandten Methoden. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgte bislang überwiegend manuell. Der Grund dafür liegt unter anderem in der unwegsamen Gelände- beschaffenheit und der Sensibilität der Biotope, die den Einsatz von leichter Technik erfordern. mehr>>

Die Karte zeigt ein offenes Grabensystem im Moorgebiet Stengelhaide bei Kühnhaide Quelle: Dittrich, I. et al., (2009)

Maßnahmen die den Wasserabfluss verhindern

Mit Stauanlagen werden die Entwässerungsgräben verschlossen

Der Bretterdamm

Aufbauschema:                                          Quer zum Graben wird ein bis zum mineralischen Untergrund reichender Einschnitt ausgehoben. In diesen werden mit einer Ramme mehrere Stützpfosten ein- geschlagen, an welche bündig Lärchen- holzbohlen angenagelt werden. Die so entstandene gut dichtende Holzwand wird an der wasserzugewandten Seite mit Geotextil beschlagen und abschließend mit Torf ummantelt sowie mit Rasensoden überdeckt.


Der Spundwanddamm

Aufbauschema:          Gehobelte Nut- und Federbretter werden unter Verwendung von zwei Führungsbalken und mittels Vorschlaghammer in den Torf eingetrieben und seitlich mehr als einen Meter in den Torf eingebunden. Die errichtete Holzspundwand bewirkt die Abdichtung des Grabens. Voraussetzung für den Bau eines Dammes nach dieser Methode ist eine genügend hohe Torfauflage unter der Grabensohle.


Der Rundholz-Damm in Korsettbauweise

Aufbauschema:                                                                                                                              Aus angespitzten, geschälten Rundhölzern wird an der Staustelle ein ellipsenförmiges Palisaden-Korsett tief in den gewachsenen Boden eingeschlagen. Das innerhalb des Korsetts befindliche Material wird herausgenommen und mit Lehm oder Ton verfüllt, verdichtet und anschließend mit Rasensoden überdeckt. Der Lehmkern übernimmt die Abdichtung, während das Korsett nur Stütz- und Schutzfunktion besitzt. Diese Methode kommt vor allem auf wenig geneigten Flächen zur Anwendung, um die geradlinigen Fließwege des Wassers zu stören und einen Rückhalt in der Fläche zu erreichen.


Grabenverfüllungen - Sohlanhebung

Schema:                                      Mit Hilfe von Grabenver- füllungen kann der Wasserstand im gesamten Grabenlängs- schnitt gleichmäßig angehoben werden. Voraussetzung dafür ist, dass die hydraulische Durch- lässigkeit des Verfüllmaterials annähernd identisch mit der der natürlichen Umgebung ist. Die Wirkung von Entwässerungs- gräben im mineralischen Unter- grund wird somit aufgehoben.

Sohlanhebung eines Baches auf der Kroatenwiese bei Kühnhaide


Anlegen kleiner Torfstiche

Schema:                                                  Die errichteten Stauanlagen werden mit Torf ummantelt und überfüllt sowie an- schließend mit Rasensoden abgedeckt. Diese Maßnahmen sind notwendig, um einen optimalen Rückstau des Wassers zu erreichen und um die Haltbarkeit der Staudämme zu erhöhen.  Das zum Über- füllen der Stauanlagen notwendige Material wird aus der näheren Um- gebung herausgestochen, wodurch kleinere Mulden entstehen. Diese füllen sich häufig mit Wasser und führen da- durch zum Ansiedeln neuer torfbildender Vegetation, wie Torfmoosen.

Bernd Ehnert sticht Torfsoden aus dem Boden, dabei entstehen kleine Handtorfstiche


Anlegen von Bewässerungsgräben

Schema:                              Einige Moorgebiete besitzen ein großes hydrologisches Einzugs- gebiet aus dem das Wasser aufgrund von Barrieren (z.B. Fanggräben, die das Wasser aus dem Einzugsgebiet vom Moorkörper wegleiten) nicht in den Torfkörper fließt. Aus die- sem Grund werden, wenn möglich, sogenannte Be- wässerungsgräben angelegt, die dieses Wasser dem Moor zu- führen.

Im Moorgebiet am Salzflüsschen bei Holzhau wurde ein solcher Bewässerungsgraben angelegt, der das Wasser direkt in den Moorkörper einleitet


Geländeprofilierung

Die Entwässerung von Mooren führt zu einem Absinken des Wasserspiegels. Dadurch kommt es zu Mineralisierungs- und Abbauprozessen in den durchlüfteten Torfschichten, welche zu Schrumpfungs- und Sackungserscheinungen des Bodens führen. Die einstmals relativ ebene Geländeoberfläche weist nunmehr eine unregelmäßige und hügelige Struktur auf. Folglich staut sich das Wasser auch nach dem Verbau der Gräben nicht bis an die Geländeoberkante wodurch sich keine torfbildende Vegetation ansiedeln kann. Im Moorgebiet Stengelhaide bei Reitzenhain wurde bis 1990 maschinell Torf abgebaut - im Anschluss wurden auf den abgebauten Flächen relativ ebene “Versuchsbeete” angelegt, auf denen sich wieder eine torfbildende Vegetation etablieren kann. Für diese Art der Renaturierung ist eine Vermessung der Fläche dringend erforderlich, da das Wasser auf den Flächen stehen bleiben und nicht neigungsbedingt ablaufen sollte.

 

 

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