Die Stengelhaide

Lage: bei Kühnhaide im Erzgebirgskreis auf ca. 730m bis 770m NN

FFH-Gebiet: Mothäuser Heide (landesinterne Kennnummer: 7 E)

Kurzcharakteristik:
Das Moorgebiet Stengelhaide war ursprünglich ein langgestrecktes Talhangmoor,  welches im Osten und Norden durch den Stickenbach zur Schwarzen Pockau entwässert und im Südwesten nach Westen durch Krötenbach, Dreibächel und Haselbach zur Preßnitz. Am Südrand verläuft zusätzlich der 1551 für den Bergbau angelegte Zeuggraben. Die heute geschätzte Moor- und Regenerationsfläche beträgt etwa 135 ha. Ab 1911 stand das Moorgebiet Stengelhaide unter Naturschutz und war nach Kästner & Flössner (1933) „eines der wenigen wohl- erhaltenen Moore auf sächsischer Seite“. In den 1920-iger Jahren wurde dieser Schutzstatus vermutlich aufgehoben und das Moor bis auf wenige Restflächen abgeholzt sowie mit tiefen Entwässerungsgräben durchzogen.  Nach 1919 wurden eine Torfverarbeitungsfabrik und eine Feld- bahn errichtet. Mit Unterbrechungen baute man bis 1990 Torf für die Brennstoffgewinnung und zunehmend als Dünge- und Gartentorf  ab. 1990/91 legten Mitarbeiter des ehemaligen Torfwerk Reitzenhain Rekultivierungsbeete an, die seitdem sich selbst überlassen sind und teilweise nicht die erwünschten Vernässungsergebnisse aufweisen (Zinke; 2000). Im Jahr 2003 wurde der „Moor- lehrpfad Stengelhaide“ eröffnet, auf dem Besucher über einen Bohlenweg durch das Moor geführt werden und auf zahlreichen Schautafeln Informationen zum Thema Moor erhalten. Der westliche Teil ist durch Torf- moos-Fichtenforsten geprägt. Das großflächig ab- getorfte Gelände im Osten umfasst vor allem Birkenmoorwald und Sukzessionsflächen. Als typische Moorpflanzen treten, Torfmoose, Wollgräser sowie Rausch- und Moosbeere auf.

Bilder: Naturpark “Erzgebirge/Vogtland”

Bilder: Marion Dersinske, ehem. Torfwerk Reitzenhain

Maßnahmen:
Die Revitalisierungsmaßnahmen fanden ihren Anfang bereits zu Beginn der 1990-iger Jahre mit dem Anlegen der Rekultivierungsbeete. Im Anschluss an die Untersuchungen im Rahmen der Vorstudie für das Schwerpunktprojekt „Erzgebirgische Moore“ wurden etwa zehn Grabenanstaus erbaut. Ebenfalls wurden acht Messtellen für ein Grundwassermonitoring eingerichtet – die Ablesung erfolgt durch eine Mitarbeiterin des Naturparks „Erzgebirge/Vogtland“ in regelmäßigen Abständen. Zur fachlichen Untersetzung des Managementplans „Mothäuser Heide“  wurde im September 2008 von der Umweltabteilung der Landesdirektion Chemnitz ein hydrologisches Gutachten in Auftrag gegeben, welches die im Managementplan ausgewiesenen Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen konkretisiert. Wichtigstes Mittel zur Anhebung des Wasserstandes im Moor ist die Verschließung der Entwässerungsgräben durch Stauanlagen. Ein noch zu erstellendes Maßnahmenkonzept gliedert die bauliche Ausführung zeitlich in einzelne Bauabschnitte und räumlich, da die günstigsten Standorte für die Dämme vor Ort ermittelt werden müssen. In den kommenden Jahren werden die vorgeschlagenen Maßnahmen in Absprache mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst und eventueller Eigentümer umgesetzt.