Tagungen

”Moorschutz in Deutschland” vom 27.2. bis 28.2.2012 in Braunschweig

Ziele der Tagung waren: (Download des Ablaufplans)

1. Die Vorstellung erfolgreicher Praxisbeispiele

2. Die Diskussion mit Praktikern über Probleme und Lösungsansätze

3. Anforderungen an praxisnahe Instrumente für Moormanagement unterschiedlicher Ökosystemdienstleistungen formulieren

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass fast alle Inhalte der Vorträge in ausführlicher Form in der Fachzeitschrift “Natur und Landschaft” Heft 2/2012 unter dem Schwerpunkt: Moorschutz abgedruckt sind. Einzelhefte können unter folgendem Link bestellt werden (http://www.natur-und-landschaft.de/einzelheft/index_einzelheft.htm) für 7,60 Euro/Heft zzgl. Versandkosten.

Schwerpunkte der Tagung waren die Vorstellung von Großprojekten des Moorschutzes aus den Regionen mit der größten Moorverbreitung Bayern und Baden-Württemberg sowie Norddeutschland. Dabei wurde deutlich, dass die Verantwortlichen vor allem mit den Widrigkeiten des Flächeneigentums zu kämpfen haben. In zahlreichen Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung wollen und müssen sie die Flächeneigentümer und -nutzer von der Notwendigkeit und dem Nutzen der Wiedervernässungsprojekte überzeugen. Zudem kommt hinzu, dass aufgrund der Energiegewinnung durch Biogasanlagen der Druck auf Agrarflächen zunehmend steigt. Die Landwirte wollen ihre Flächen nicht verkaufen und auch die Nutzung nicht extensivieren, da ihnen der Anbau von Energiepflanzen größere Erträge bringt.

Bei uns im Erzgebirge sind wir bisher weitgehend von dieser Problematik verschont geblieben, da sich unsere Waldmoore in dem überwiegenden Fällen im Besitz des Freistaates Sachsen befinden und durch den Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) verwaltet werden. Der SBS unterstützt die Vorhaben zur Wiedervernässung von Hochmooren aktiv und führt auch in Eigenregie Moorrevitalisierungen durch. Im Rahmen der Umsetzungen der im Ziel-3-Projekt Phase 1 geplanten Maßnahmen wird der Naturpark intensive Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerinformation betreiben, um die Eigentümer der Flächen im Gebiet um Satzung von ihrer Notwendigkeit zu überzeugen.

Im Mittelpunkt der Tagung standen auch die Ökosystemdienstleistungen der Moore, das heißt die Funktionen der Moore im Landschaftshaushalt. Dabei wurde z.B. untersucht, welchen Nutzen die Naturschutzgroßprojekte im Moorschutz, die vorwiegend aus Gründen zum Erhalt der Biodiversität und des Artenschutzes initiiert wurden, für den Klimaschutz haben. Das Resultat dieser Modellierung ist, dass in vier ausgewählten Projektgebieten eine Reduktion von ca. 4 - 15,5 Tonnen CO2-Äquiv./ha eintritt. Diese Reduzierung wird zum durch die Extensivierung von intensiv landwirtschaftlich genutzten Moorflächen bzw. durch die vollständige Aufgabe von entwässerten Moorflächen für die Wiedervernässung erreicht. Intensiv landwirtschaftlich genutzte, tiefentwässerte Moorflächen sind unter anderem die Hauptemittenten von Treibhausgasen.

Die erzgebirgischen Hochmoore dehnen sich nur über wenige Hektar Fläche aus, das Moorgebiet des “Kleinen Kranichsee” hat z.B. eine Fläche von ca. 19 ha. Zudem werden die entwässerten Moore vor allem forstwirtschaftlich und nicht intensiv landwirtschaftlich genutzt. Aufgrund der Flächengröße und der Nutzungsart spielt der Klimaschutz im Erzgebirge eher eine untergeordnete Rolle - bei uns steht der Erhalt einer vielfältigen Landschaft, sowie die Sicherung des Lebensraums hochspezialisierter Tiere und Pflanzen sowie die Herstellung eines Biotopverbundes der mitteleuropäischen und osteuropäischen Moore die Hauptrolle bei der Wiedervernässung.

Weitere Themen der Tagung waren:

Falls Sie sich für weitere Details der Tagung interessieren, verweise ich auf folgende Internetseite: http://www.vti.bund.de/de/startseite/institute/ak/projekte/verbundprojekt-organische-boeden.html Auf dieser können Sie auch die Posterbeiträge viele Moorschützer und -forscher herunterladen.

© Zweckverband Naturpark “Erzgebirge/Vogtland”