Butterwegmoor

Lage: westlich von Johanngeorgenstadt in der Nähe des Naturschutzgebietes „Kleiner Kranichsee“ auf einer Höhe von ca. 945m NN

FFH-Gebiet: Erzgebirgskamm am Kleinen Kranichsee (landesinterne Kennnummer: 10E)

SPA-Gebiet: Westerzgebirge (landesinterne Kennnummer: 77)

Kurzcharakteristik:
Es handelt sich um ein Regenmoor, welches als Kamm- bzw. Wasserscheidenmoor sowohl nach Norden in das Gewässersystem der Mulde als auch nach Süden zur Eger hin entwässert. Es besitzt drei Moorkerne, wobei der östliche und der westliche Kern jeweils eine maximale Torfmächtigkeit von ca. 1,8 m erreichen. Zur forstlichen Nutzung wurde das Moor wahrscheinlich schon um 1850 tiefgreifend entwässert. Insgesamt wurden etwa 6 km Gräben auf einer Gesamtfläche von 11 ha angelegt. Nur in dem ca. 1 ha umfassenden östlichen Moorkern setzte inzwischen eine deutliche Grabenverlandung mit Torfmoosen ein. Dieser Moorbereich ist durch ein Moorkieferngehölz mit typischem Artenbestand an Torfmoosen, Zwergsträuchern (Rauschbeere und Krähenbeere, vereinzelt Moosbeere) sowie Scheidigem und Schmalblättrigem Wollgras geprägt. Zudem existieren noch ca. 30 lebende Spirken (aufrecht wachsende Form der Berg- bzw. Moorkiefer), die in Sachsen vom Aussterben bedroht sind. Die übrigen Flächen werden von Fichtenmoorwald bedeckt, der randlich in Wollreitgras-Fichtenwald übergeht.

Maßnahmenumsetzung:
Im Jahr 2000 erfolgte eine umfassende Bestandsaufnahme zum Butterwegmoor und die Erarbeitung von Behandlungsvorschlägen zu dessen Erhaltung. Darauf aufbauend wurden zwischen 2002 und 2009 in 7 Bauabschnitten 95 Rundholz-, später Bretter- und Spundwanddämme in die Entwässerungsgräben errichtet. Die Vernässungswirkung ist in- zwischen in allen Teilbereichen des Moores deutlich erkennbar. Die Staumaßnahmen im östlichen Kerngebiet entwässern teilweise ins Moorgebiet "Kleiner Kranichsee", wodurch auch hier eine Verbesserung des Moorwachstums erreicht ist. Am 21.9.2010 wurde vom Naturpark “Erzgebirge/ Vogtland” eine offizielle Abschlussveranstaltung durchgeführt. Bei dieser konnten sich an den Umsetzungen Beteiligte und Interessierte über den Verlauf der Renaturierungsarbeiten informieren und sich die bereits deutlich erkennbaren Resultate vor Ort anschauen.

Alle Maßnahmen wurden mit den Umweltbehörden, dem Staatsbetreib Sachsenforst als Eigentumsvertreter und der Landestalsperrenverwaltung abgestimmt.

Für das Projekt erhielten wir finanzielle Unterstützung durch Fördermittel über die Richtlinie "Natürliches Erbe".