Moor am Erdmannsbach

Lage: zwischen Marienberg und Reitzenhain auf einer Höhe von ca. 660 bis 740m NN

Kurzcharakteristik:
Das auch als Röschhaide bezeichnete Moorgebiet liegt am Erdmannsbach in einem militärischen Sperrgebiet des Gebirgsjägerbatallions Marienberg. Es ist vorwiegend durch Fichten-Forsten und Fichten-Moorwälder geprägt. Es weist Torfmächtigkeiten bis knapp drei Meter auf, wobei die Torfe stark zersetzt bzw. vererdet sind. Sie sind vorwiegend als Seggen- und Holztorfe anzusprechen. Das Gebiet wurde im 19. Jahrhundert durch die Forstwirtschaft entwässert. Die Entwässerungsgräben sind tief in den mineralischen Grund eingeschnitten und wurden auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert geräumt. Die Beeinträchtigungen des Moores durch die Entwässerung und damit einhergehender Austrocknung sind gravierend.

Maßnahmenplanung:
Für die Umsetzung von Maßnahmen zur Wiedervernässung des Moores wurde ein hydrologisches Gutachten angefertigt. Bestandteil der Untersuchungen war eine Vermessung des Gebietes einschließlich der Entwässerungsgräben und der geomorphologischen Geländemerkmale. Weiterhin wurden über 100 Bohrungen abgeteuft, anhand welcher die Torfmächtigkeit sowie die Torfeigenschaften bestimmt wurden. Torfproben dieser Bohrungen wurden laboranalytisch auf pH-Wert und Nährstoffgehalt untersucht. Weiterhin wurde die Vegetation des Gebietes ermittelt. Auf Grundlage des erarbeiteten Maßnahmenkonzeptes wurden in den Jahren 2005 bis 2007 etwa 40 Staudämme in das Moor eingebaut. Die Tatsache, dass sich das Gebiet auf einem Truppenübungsplatz befindet, hat die Umsetzung der Arbeiten erschwert, da das Areal nur zu schießfreien Zeiten zugänglich war. Eine offizielle Abschlussveranstaltung fand bereits im Jahr 2007 statt.