Löffelsbach

Lage: bei Grünbach-Muldenberg im Vogtlandkreis

FFH-Gebiet: Oberes Zwickauer Muldetal (landesinterne Kennnummer: 72 E)

Kurzcharakteristik:
Das Moorgebiet gehört hydrologisch-entwicklungsgeschichtlich überwiegend zu den Hangversumpfungsmooren mit aufgewachsenen Regenmooren. Sie sind seit Jahrhunderten durch Torfabbau und forstliche Nutzung, in einigen Bereichen auch durch Floßgräben, beeinflusst. Die drei vor reichlich 50 Jahren noch vorhandenen mächtigen Torfkörper wurden nahezu vollständig abgebaut. Auch einige ehemals >0,8 Meter mächtige, nicht abgetorfte Moorbereiche weisen infolge tiefer Entwässerungsgräben und forstlicher Nutzung Torfschwund auf. Die drei Torfstiche zeigen Regenerationserscheinungen, wobei die Anordnung der sich neu entwickelten torfbildenden Vegetation (Torfmoose, Seggen, teilweise Wollgräser) die derzeitigen Speisungsverhältnisse widerspiegelt. Die Speisung der drei Torfstiche aus den zugehörigen Einzugsgebieten ist durch Bachverlegungen und forstliche Entwässerungsgräben, die einen Teil der ankommenden Hangwässer vor der Passage der Torfstiche unmittelbar in die Fließgewässer ableiten, teilweise beeinträchtigt.
Mehr als ein Drittel des insgesamt ca. 330 ha umfassenden Untersuchungsgebietes stellt einen Komplex aus in unterschiedlichem Maße forstlich geprägten, torfmoosreichen Wollreitgras-Fichtenwäldern, Fichten- und Birkenmoorwäldern, regenerierenden Torfstichen und naturnahen Fließgewässern dar. Es handelt sich um ein vergleichsweise großes zusammenhängendes Gebiet mit diesem Charakter. Daher wird ein am Prozessschutzgedanken orientiertes Leitbild mit folgenden Entwicklungszielen vorgeschlagen:

•Wiederherstellung bzw. Sicherung der durch die natürliche Morphologie und Geologie be- stimmten Speisungsverhältnisse in den drei Torfstichen, soweit es machbar ist
•Schutz der natürlich ablaufenden Re- generationsprozesse in den Torfstichen und den umgebenden Wäldern bzw. der sich hier aus- bildenden neuen Moorbereiche und
•Erhaltung der noch vorhandenen Moor- und Torfkörper-Reste sowie Verminderung von Torf- zersetzungsprozessen.

Maßnahmenumsetzung:
Das dafür vorgeschlagene dreistufige Maßnahmenkonzept beinhaltet als kurz- und mittelfristige Maßnahmen den Verschluss von Torfstich-Ablaufgräben und den Anstau von Entwässerungsgräben in Teilen des Einzugsgebietes und der noch vorhandenen Resttorflager. Entsprechend wurden bereits 2001 bei dem oberhalb der sogenannten Solbrigshaide im Südteil des Gebietes gelegenen Torfstich die Ablaufgräben verschlossen und Wasser aus dem Einzugsgebiet wieder eingeleitet. Im Jahr 2007 erfolgte die Umsetzung von zwei weiteren Bauabschnittes mit 19 Bretterdämmen in den Entwässerungsgräben der nicht abgetorften Teils der Solbrigshaide. Im Jahr 2010 folgten im Rahmen des letzten Bauabschnitts 17 Bretter- und Spundwanddämme im nördlichen Teil des Moorgebietes, der so genannten Stubbenhaide. Alle Stauswurden wurden manuell errichtet. 4 Dämme entstanden durch Mitarbeiter  der Gemeinde Grünbach mit Anleitung des Naturparks im Rahmen einer Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme.

Am 17.04.2012 führte der Naturpark "Erzgebirge/Vogtland" eine offizielle Abschlussveranstaltung durch, bei der sich alle an der Umsetzung beteiligten aber auch Interessiert über den Verlauf der Renaturierungsarbeiten die die bereits deutlich sichtbaren Resultate vor Ort informieren konnten.

Alle Maßnahmen stimmten wir mit den Umweltbehörden, dem Staatsbetrieb Sachsenforst als Vertreter des Flächeneigentums und der Landestalsperrenverwaltung ab.

Für die Realisierung des Projektes erhielten wir finanzielle Unterstützung durch Förderung über die Richtlinie "Natürliches Erbe".